Ein kurzer Ausflug in die Berge endete für drei Dänen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren in einem riskanten Notfall. Am Freitagabend (21. August) gerieten sie bei der Besteigung des Hohen Göll (2522 Meter) in eine lebensbedrohliche Situation.
Die Wanderer hatten ursprünglich eine zweistündige Tour vom Kehlsteinhaus aus geplant. Stattdessen entschieden sie sich für den Aufstieg über den Mandlgrat. Als sie kurz vor dem Gipfel von einem Wetterumschwung mit starkem Regen und Gewitter überrascht wurden, mussten sie einen Notruf absetzen.
Die Bergrettung brachte die Dänen unter schwierigen Bedingungen sicher zum Purtschellerhaus.
Ein nächtlicher Rettungseinsatz unter erschwerten Bedingungen
Die Bergrettung Hallein erreichte den Notruf um 18:54 Uhr. Da das Wetter mit Regen, Wind und dichtem Nebel einen Hubschraubereinsatz unmöglich machte, mussten 20 Einsatzkräfte zu Fuß aufsteigen.
Christian Schartner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Hallein, kritisierte das Verhalten der Wanderer deutlich: „Sie waren schlecht ausgerüstet, trugen ungeeignete Schuhe und hatten weder Reservekleidung noch Proviant dabei. Solche Touren waren sie nicht gewohnt.“
Sicherung am kurzen Seil
Dank der übermittelten Koordinaten konnten die Bergretter die Erschöpften schnell lokalisieren. Da die Wetterlage eine Luftrettung verhinderte, sicherten die Einsatzkräfte die schwierigen Passagen mit Seilen.
Die drei Dänen wurden am kurzen Seil durch den klettersteigähnlichen Abschnitt sicher hinab zum Purtschellerhaus (1692 Meter) geleitet. Erst in diesem niedrigeren Bereich entspannte sich die Gefahrensituation.
Debatte um alpine Sicherheit
Der Vorfall löste in sozialen Netzwerken eine hitzige Diskussion über Leichtsinn in den Alpen aus. Viele Nutzer äußerten Unverständnis darüber, wie unvorbereitet Wanderer in hochalpines Gelände aufbrechen.
Andere Beobachter wiesen darauf hin, dass soziale Medien und spektakuläre Aufnahmen in den Medien den falschen Eindruck vermitteln könnten, dass solche Bergtouren kinderleicht zu bewältigen seien. Die Rettungskräfte zeigten sich derweil erleichtert, dass der Einsatz glimpflich ausging, betonen aber die dringende Notwendigkeit einer realistischen Selbsteinschätzung und professionellen Ausrüstung.

