Ein Tag nach dem gewaltsamen Angriff an einer schwedischen Schule, bei dem eine 17-Jährige getötet und drei weitere Jugendliche teils schwer verletzt wurden, verdichten sich die Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund. Wie der schwedische Rundfunk SVT berichtet, könnte der mutmaßliche Täter von einem historischen Anschlag aus dem Jahr 2015 inspiriert worden sein.
Parallelen zum Attentat von Trollhättan
Damals tötete ein 21-Jähriger in einer Schule in Trollhättan drei Menschen mit einem Schwert. Der Täter hatte neonazistische Verbindungen und gab an, gegen die schwedische Einwanderungspolitik vorgehen zu wollen. Der Angreifer von Trollhättan trug bei der Tat schwarze Kleidung, eine Maske und einen Wehrmachtshelm.
Diese visuelle Inszenierung erinnert an das Auftreten des 18-jährigen Tatverdächtigen, der am Freitag in der Stadt Fagersta, rund 170 Kilometer nordwestlich von Stockholm, festgenommen wurde. Der junge Mann befindet sich derzeit in Gewahrsam.
TikTok-Konto unter Beobachtung
Der mutmaßliche Täter soll früher die Brinell-Schule besucht haben, an der sich der Vorfall ereignete. Um 13:41 Uhr am Freitag – kurz vor dem Eintreffen der Polizei um 14:06 Uhr – wurde über ein TikTok-Konto ein Bild eines Schwertes geteilt, das vermutlich in einer Schultoilette aufgenommen wurde.

Nach Angaben der Zeitung „Dagens Nyheter“ postete der Betreiber des Kontos rund 20 Beiträge, die Gewaltverherrlichung zeigen. Dazu zählen Lobeshymnen auf Anders Behring Breivik, den Attentäter von Trollhättan 2015 sowie den Täter, der 2025 in Örebro zehn Menschen tötete.
Hintergrund des Tatverdächtigen
Erste Ermittlungsergebnisse legen nahe, dass das Konto Teil der sogenannten „True-Crime-Community“ ist, in der Angriffe auf Schulen und Massenmorde glorifiziert werden. Der 18-jährige Tatverdächtige war den Behörden bereits zuvor bekannt: Er war wegen Körperverletzung an einem ehemaligen Mitschüler verurteilt worden.
Aufgrund gravierender Mängel in seinem Elternhaus war der Jugendliche zuletzt in einer Pflegefamilie untergebracht. Während ein Opfer des aktuellen Angriffs bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, befinden sich zwei weitere Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren weiterhin in ärztlicher Behandlung. Ihr Zustand wird als stabil eingestuft.
