Über 18 Monate sind seit dem letzten Trailer für Grand Theft Auto 6 vergangen. Vor kurzem kündigte Rockstar Games an, die Funkstille mit einem „erweiterten Blick“ auf das Spiel im Rahmen eines Netflix-Specials zu beenden.
Doch der Wirbel um die Vorschau wurde von einer Reihe mutmaßlicher Leaks überschattet, die Spielszenen in Aktion zeigen sollen. Rockstar Games hat sich zu den Clips bisher nicht geäußert. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass das online verbreitete Material authentisch ist.
GTA 6 Charaktere Lucia und Jason im offiziellen Artwork.
Juristische Konsequenzen und Spekulationen
Die Muttergesellschaft Take-Two Interactive reagierte prompt und leitete am Freitag in New York rechtliche Schritte ein. Die Klage fordert von GitHub und Discord die Herausgabe von Nutzerdaten derjenigen, die das geschützte Material verbreitet haben.
Während Fans das Ereignis als „Albtraum-Szenario“ bezeichnen, ordnen Experten die Lage nüchterner ein. Obbe Vermeij, der bis 2009 als technischer Direktor bei Rockstar arbeitete, kennt die Firmenkultur genau. „Es ist erstaunlich, wie gut sie Geheimnisse bewahren können“, sagt er. Laut Vermeij war es bei Rockstar schon immer das Ziel, wenig über kommende Titel preiszugeben, um die Vorfreude am Veröffentlichungstag zu maximieren.
Nächtliche Ansicht von Vice City im Spiel.
Die Motivation hinter den Leaks
IGN-News-Direktor Wesley Yin-Poole betont, wie belastend solche Vorfälle für die Entwickler sind, die über ein Jahrzehnt an einem derart komplexen Projekt arbeiten. Die Gruppe hinter den Leaks gibt vor, im Interesse der Spieler zu handeln und kritisiert Rockstars Firmenpolitik, etwa den Verzicht auf eine Disc-Version zum Start.

Diese Darstellung stößt jedoch auf Skepsis. Da für den Zugriff auf das Material Kryptowährungs-Spenden gefordert werden, zweifeln Beobachter die altruistischen Beweggründe an. „Die meisten glauben, dass es hier nur um Geld geht“, so Yin-Poole.
Figur Cal Hampton vor einem Minigolfplatz.
Kein dauerhafter Schaden
Obwohl Rockstar-Fans dazu neigen, jedes Detail – bis hin zu Mondphasen in sozialen Netzwerken – zu analysieren, gehen Fachleute nicht davon aus, dass die Leaks den Erfolg des Spiels gefährden. Die Mehrheit der Spieler werde ihr Urteil ohnehin erst fällen, wenn sie offizielles Material sehen oder das Spiel selbst spielen.
„Letztlich wird dies nur eine Fußnote in der Geschichte von GTA 6 bleiben“, glaubt Yin-Poole. Vermeij stimmt dem zu: „Bis das Spiel tatsächlich erscheint, haben die Leute das alles längst vergessen.“
Grand Theft Auto 6 erscheint am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version folgt zu einem späteren Zeitpunkt.



