Rekordniveau an der Zapfsäule
Die Phase der Entlastung ist vorbei. Mit Stand vom 22. August 2026 pendelt sich der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super bei etwa 2,22 Euro ein, während Diesel mit 2,27 Euro sogar noch teurer ausfällt. Im Vergleich zur Zeit vor Beginn des Iran-Krieges, als die Preise noch bei 1,83 Euro (Super) beziehungsweise 1,75 Euro (Diesel) lagen, zeigt sich eine deutliche Teuerung.
Autos warten an einer Tankstelle.
Das Ende des Tankrabatts
Die zum 1. Mai eingeführte Senkung der Energiesteuer um rund 17 Cent pro Liter sollte Autofahrer und Unternehmen kurzfristig entlasten. Da die Maßnahme jedoch am 30. Juni auslief, haben sich die Verkaufspreise wieder nach oben angepasst. Kritiker weisen darauf hin, dass die Kosten dieser zweimonatigen Maßnahme für den Bund die Investitionen in das Deutschlandticket für ein gesamtes Jahr überstiegen haben.
Wartende Fahrzeuge an einer Tankstelle vor Ende des Tankrabatts.
Regulierungsversuche: Die 12-Uhr-Regel
Um die täglichen Preissprünge an Tankstellen zu begrenzen, hatte der Bundestag bereits zum 1. April eine neue Regelung eingeführt: Preiserhöhungen sind seitdem nur noch einmal täglich um 12 Uhr gestattet. Preissenkungen hingegen bleiben jederzeit möglich. Datenanalysen des SWR Data Lab belegen jedoch, dass zahlreiche Tankstellen im ersten Monat nach Einführung massiv gegen diese Vorgabe verstoßen haben.
Ein Nutzer am Laptop bei der Online-Suche.
Warum Diesel besonders krisenanfällig ist
Während Benzin weitgehend durch heimische Raffinerien gedeckt werden kann, ist Deutschland bei Diesel stärker auf Importe angewiesen. Zudem fungiert Diesel zunehmend als Ersatz für Gas in der Industrie, was ihn deutlich anfälliger für geopolitische Spannungen macht. Der Konflikt im Iran, durch dessen Meerenge am Persischen Golf rund 30 Prozent des weltweit verschifften Öls fließen, treibt die Rohölpreise weiter in die Höhe.
Ein Elektroauto an einer Ladesäule.
Die Haltung des Bundeskartellamts
Auch die Heizölpreise, die im vergangenen Jahr fast durchgängig unter einem Euro pro Liter lagen, sind infolge des Krieges spürbar gestiegen. Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts, versichert, die Marktentwicklungen genau zu beobachten. Er stellt jedoch klar: „Sollten sich Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten zeigen, würden wir konsequent vorgehen. Es gibt allerdings kein Instrumentarium, um geopolitisch getriebene Preissteigerungen auf Knopfdruck zu verhindern.“
Smartphone-Display mit dem Deutschlandticket.





