Sie schwirren um Kaffeetassen, landen auf dem Grillgut und lösen oft sofortige Panik aus: Wespen gehören für viele zu den unerwünschtesten Gästen im Sommer. Doch hektisches Fuchteln macht die Situation meist nur schlimmer.
Wespenberater Rupert Raßhofer gibt Tipps für den Umgang mit Wespen am Esstisch.
Rupert Raßhofer, seit elf Jahren ehrenamtlicher Wespen- und Hornissenberater im Landkreis Weilheim-Schongau, kennt die Verhaltensweisen der Tiere genau. Er räumt zunächst mit einem verbreiteten Mythos auf: Die subjektive Wahrnehmung, dass es jedes Jahr mehr Wespen gibt, täuscht oft. Zwar können warme Wetterperioden die Aktivität der Tiere steigern, doch die Bestände schwanken jährlich.
Die lästigen Gäste: Wer will eigentlich was?
Raßhofer stellt klar: Von den 13 in Deutschland heimischen Wespenarten sind nur zwei an unseren Lebensmitteln interessiert – die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.
Wer Ruhe beim Essen möchte, kann es mit diesen drei Ansätzen versuchen:
- Ablenkung: Platzieren Sie in einiger Entfernung zum Esstisch eine Schale mit Honig oder Marmelade, um die Tiere „anzufüttern“ und vom eigenen Teller wegzulocken.
- Wassernebel: Eine handelsübliche Blumenspritze kann helfen, die Wespen sanft zu vertreiben. Der feine Nebel imitiert für die Insekten Regenwetter, was sie dazu veranlasst, den Rückzug anzutreten.
- Kaffeeduft: Auch das vorsichtige Anzünden von Kaffeepulver in einer feuerfesten Schale kann die Tiere aufgrund des Geruchs fernhalten.
Das sollten Sie unbedingt vermeiden
Der wohl wichtigste Rat des Experten ist das, was man nicht tun sollte. „Nicht nach ihnen schlagen, das ist ganz schlecht“, so Raßhofer. Auch das Anhauchen der Tiere ist kontraproduktiv: Das ausgeatmete Kohlendioxid wird von Wespen als Bedrohung signalisiert.
Grundsätzlich gilt: Wespen stechen nur dann, wenn sie sich aktiv bedroht fühlen. Ruhe ist daher der beste Schutz. Zudem betont der Fachmann, dass Wespen eine wichtige Rolle im ökologischen Kreislauf einnehmen.
Wespennest im Haus oder Garten?
Sollten Sie ein Nest in unmittelbarer Nähe Ihres Wohnbereichs entdecken, ist Gelassenheit gefragt. Raßhofer rät dazu, keinesfalls eigenmächtig einzugreifen oder das Nest zu zerstören. Der erste Schritt sollte immer der Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde im zuständigen Landratsamt sein.
Dort werden die Anfragen aufgenommen und an qualifizierte Berater weitergeleitet. Häufig lässt sich das Problem bereits telefonisch klären oder durch fachmännische Umsiedlung lösen, ohne Mensch oder Tier zu gefährden.

