Die anhaltende Trockenheit ist nicht das einzige Problem für Landwirte und Hobbygärtner in Deutschland. Derzeit breitet sich ein invasiver Schädling aus, der ganze Ernten bedrohen kann: die Marmorierte Baumwanze.
Ursprünglich in Ostchina, Japan, Taiwan und Korea beheimatet, hat Halyomorpha halys mittlerweile Deutschland erreicht. Die Wanze ist keineswegs mehr nur ein Problem ländlicher Gebiete; sie ist zunehmend in deutschen Großstädten und Ballungszentren wie Stuttgart, Freiburg, Lindau, München, Berlin, Leipzig und Hamburg präsent.
Ein ungebetener Gast auf dem Vormarsch
Die Ausbreitung des Schädlings erfolgt laut Berichten vermutlich über Transportwege. Die Insekten gelangen in Kisten, Verpackungsmaterialien oder über Pflanzenimporte nach Europa. Mit einer Größe von 12 bis 17 Millimetern und ihrem charakteristischen ockerfarbenen Körper mit dunklen Punkten ist die Wanze gut zu erkennen.
Besonders im Umfeld von Großstädten wie Hannover, Berlin und Leipzig wurden zuletzt deutlich wachsende Bestände beobachtet. Da der Schädling in Europa kaum natürliche Feinde hat, gestaltet sich die Eindämmung schwierig. Bekannte Pflanzenschutzmittel zeigen gegen die Wanze oft nicht die gewünschte Wirkung.
Massive Schäden an Obst und Gemüse
Die Marmorierte Baumwanze ist ein Generalist und befällt über 300 verschiedene Pflanzenarten. Auf dem Speiseplan stehen unter anderem Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Himbeeren, Tomaten und Paprika sowie diverse Zierpflanzen wie Rosen.

Die Schadwirkung ist gravierend: Die Wanze sticht die Früchte mit ihrem Rüssel an und injiziert Speichel. Dadurch wird das Pflanzengewebe im Inneren geschädigt und verflüssigt, was die Pflanze zur Nahrungsaufnahme nutzt. Die Folge für den Menschen sind deformierte, verfärbte und schließlich verfaulende Früchte, die ungenießbar werden. Ein starker Befall kann die betroffene Pflanze im Extremfall sogar komplett abtöten.
Ein Maulwurf in einem Garten.
Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) auf einem Blatt.
Überwinterung in Innenräumen
Auch die kalte Jahreszeit bietet keine Entwarnung. Da die Insekten den deutschen Winter nicht in der Natur überstehen können, suchen sie in den kühleren Monaten Schutz in menschlichen Behausungen. Häuser und Wohnungen dienen ihnen dann als Winterquartier, wobei sie sich in Mauerritzen, Spalten oder dunklen Ecken verstecken.
Wer Exemplare der Marmorierten Baumwanze im eigenen Zuhause oder Garten entdeckt, kann dies auf Portalen wie „iNaturalist“ oder „Naturgucker“ melden. Diese Beobachtungen helfen Wissenschaftlern dabei, die Ausbreitung der invasiven Art besser zu dokumentieren und ihre Verbreitungsgebiete in Deutschland präziser zu erfassen.


