Tödlicher Online-Trend: „Driving Wrong Way Challenge“ fordert zwölf Leben

Unfallstelle auf einer Autobahn nach einer Kollision mit einem Geisterfahrer.

Tödliche Gefahr auf der Autobahn

Ein lebensgefährlicher Trend in sozialen Netzwerken hat innerhalb weniger Tage zwölf Menschenleben gefordert. In Großbritannien und Irland kam es zu mehreren verheerenden Frontalzusammenstößen, bei denen Autofahrer absichtlich als Geisterfahrer unterwegs waren.

In der Nacht zu Samstag ereignete sich auf der A66 bei Middlesbrough eine Katastrophe. Ein VW Passat, besetzt mit fünf jungen Menschen, floh vor einer Polizeikontrolle. Das Fahrzeug steuerte absichtlich als Geisterfahrer auf die Autobahn und prallte frontal in einen Streifenwagen.

Die Wucht des Aufpralls war so enorm, dass alle sieben Beteiligten – die fünf Insassen des VW sowie die beiden Polizeibeamten im Alter von 37 und 38 Jahren – noch an der Unfallstelle verstarben.

Ermittler prüfen Zusammenhang mit Internet-Challenge

Bereits eine Woche zuvor ereignete sich ein ähnliches Drama auf der M9 in Irland. Ein Fahrzeug fuhr dort gezielt in den Gegenverkehr. Fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren starben bei dem Unfall. Die vier Insassen des entgegenkommenden Autos, unter ihnen ein Kind, erlitten schwere Verletzungen.

Tödlicher Online-Trend: „Driving Wrong Way Challenge“ fordert zwölf Leben


Unfallstelle nach einer Kollision mit einem Geisterfahrer.

Die Ermittler untersuchen nun, ob beide Vorfälle auf dieselbe Ursache zurückzuführen sind: die sogenannte „Driving Wrong Way Challenge“. Unter diesem Schlagwort verbreiten Nutzer Videos, in denen sie absichtlich auf der falschen Fahrbahnseite fahren.

Riskante Manöver für Klicks

Die Aufnahmen folgen oft einem ähnlichen Schema: Die Tachoanzeige im dreistelligen Bereich wird in den Fokus gerückt, gefolgt von vermummten Fahrern, die ihr riskantes Verhalten für ein Online-Publikum inszenieren. Es ist ein Spiel mit dem Tod, das für soziale Anerkennung und digitale Aufmerksamkeit betrieben wird.

Die politische Reaktion folgte prompt. Der irische Premierminister Micheál Martin verurteilte das Verhalten der Fahrer scharf. Ein parlamentarischer Ausschuss hat die Plattform TikTok aufgefordert, ihre Strategien im Umgang mit der Verherrlichung von gefährlichem Verhalten im Straßenverkehr offenzulegen.

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