Erdmiete statt Keller: So lagern Sie Ihre Ernte wie früher

Eine traditionelle Erdmiete zur Lagerung von Erntegut im Garten.

Sie haben eine reiche Ernte im Garten, aber keinen Platz im Keller oder Gefrierschrank? Großmütter wussten sich schon früher zu helfen: Mit der sogenannten Erdmiete lassen sich Äpfel, Kartoffeln und Wurzelgemüse unkompliziert und effizient lagern.

Was ist eine Erdmiete?

Die Erdmiete ist im Grunde ein frostsicheres Loch im Boden. Sie funktioniert ähnlich wie ein Erdkühlschrank: Das Erdreich isoliert das Erntegut und hält es kühl, während eine schützende Schicht das Gemüse vor Nagetieren bewahrt.

Wählen Sie für die Grube einen halbschattigen Platz in Hausnähe. Achten Sie darauf, dass der Ort vor Starkregen geschützt ist, um das Einlaufen von Wasser und damit verbundenes Verderben zu vermeiden.

Anleitung: Die Erdmiete richtig anlegen

Die Größe der Grube richtet sich nach Ihrem Ertrag. Achten Sie darauf, das Gemüse nicht zu dicht zu stapeln.

Erdmiete statt Keller: So lagern Sie Ihre Ernte wie früher
  • Graben Sie ein ausreichend tiefes Loch, um Frostschäden zu vermeiden.
  • Streuen Sie eine etwa fünf Zentimeter dicke Sandschicht auf den Boden der Grube.
  • Decken Sie den Boden mit Kaninchendraht aus, um Wühlmäuse fernzuhalten.
  • Legen Sie eine Schicht Stroh darauf, um das Erntegut vor direktem Kontakt mit dem Metall zu schützen.
  • Schichten Sie nun Obst und Gemüse abwechselnd mit Stroh in das Loch.
  • Schließen Sie das Lager mit einer weiteren Schicht Stroh ab.
  • Decken Sie die Grube mit Holzbrettern ab und schützen Sie diese abschließend mit Reisig.

Wichtig: An milden Tagen sollten Sie die Erdmiete gelegentlich lüften. Zu viel Feuchtigkeit führt zu Fäulnis, während zu trockene Luft das Gemüse austrocknen lässt.

Lagerung ohne eigenen Garten

Auch ohne Garten können Sie die Prinzipien der traditionellen Vorratshaltung nutzen:

  • Vermeiden Sie Stapelstress: Legen Sie Äpfel und Kartoffeln lieber nebeneinander in mit Stroh ausgekleidete Holzkisten.
  • Kühl und dunkel lagern: Ein unbeheizter Keller, eine kühle Vorratskammer oder sogar ein geschützter Balkon eignen sich gut.
  • Temperaturkontrolle: Ideal sind Temperaturen zwischen vier und sechs Grad. Fällt die Temperatur tiefer, wandeln Kartoffeln ihre Stärke in Zucker um – sie werden süßlich und Frostschäden drohen.

Prüfen Sie Ihr Vorratsgut regelmäßig auf Schimmel oder Schädlinge, um den gesamten Vorrat zu schützen.

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