Telekom-Abschaltung: Neue Telefon-Box ersetzt alte Leitungen

Symbolfoto eines QR-Codes auf einer Informationsseite

Die Deutsche Telekom informiert derzeit tausende Kunden über das Ende ihrer klassischen Telefonanschlüsse: Ein kleines, weißes Gerät – die „Telefon-Box“ – soll die alte Technik ersetzen. Dieser Schritt markiert das Ende einer Übergangsära für Nutzer, die bisher ohne Internetanschluss telefoniert haben.

So funktioniert die neue Technik

Die Installation ist simpel: Das Gerät wird in die Steckdose gesteckt, das vorhandene Telefon per TAE-Stecker mit der Box verbunden. Eine SIM-Karte ist bereits integriert, was bedeutet, dass Gespräche künftig nicht mehr über das Kupferkabel, sondern über das 4G/LTE-Mobilfunknetz geführt werden.

Wichtige Voraussetzung ist ein stabiler Mobilfunkempfang am Standort. Experten weisen darauf hin, dass die Box ohne ausreichendes Signal nicht zuverlässig funktioniert. Die Einrichtung dauert laut Telekom etwa 15 Minuten, wobei die Rufnummer automatisch übernommen wird. Nutzer sollten beachten, dass klassische Wählscheibentelefone nicht unterstützt werden; moderne Tastentelefone hingegen funktionieren in der Regel einwandfrei.

Millionen Anschlüsse von Migration betroffen

Insgesamt sind rund 1,3 Millionen sogenannte MSAN-POTS-Anschlüsse betroffen. Laut Telekom-Sprecher Niels Hafenrichter waren diese analogen Anschlüsse als Übergangslösung nach der allgemeinen IP-Umstellung gedacht, speziell für Kunden ohne Internetbedarf.

Kunden mit spezieller Hardware sollten vorsichtig sein: Wer Alarmanlagen oder Hausnotrufsysteme über den alten Anschluss betreibt, muss vorab die Kompatibilität mit dem jeweiligen Anbieter prüfen. Ein reibungsloser Weiterbetrieb ist nicht garantiert.

Kosten und Alternativen

Die „Telefon-Box“ ist kein kostenloses Upgrade. Kunden können das Gerät für monatlich 3,95 Euro mieten oder für einmalig 99,99 Euro erwerben. Hinzu kommen neue Tarife, die rein auf Sprachtelefonie ausgelegt sind.

Kritiker merken an, dass diese Sprachtarife im Vergleich zu einem klassischen DSL- oder Glasfaseranschluss mit Internet-Flatrate wirtschaftlich weniger attraktiv sein können. Dennoch bietet die Box für Nutzer, die sich mit der Einrichtung komplexer Internet-Hardware schwer tun, eine unkomplizierte Lösung für den Alltag.

Vorteile im Vergleich zum Wettbewerb

Ein technischer Pluspunkt der Telekom-Lösung: Im Gegensatz zu ähnlichen Produkten anderer Anbieter, wie etwa von Vodafone, bleibt die Festnetznummer bei der Telekom-Lösung auch bei ausgehenden Anrufen erhalten. Wer bereits einen Internetanschluss nutzt, kann seine alte Nummer zudem über DECT-Lösungen direkt in das bestehende Netz portieren.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt unterdessen zur Vorsicht bei derartigen Umstellungen. Die Forderung der Verbraucherschützer: Die Abschaltung alter Anschlüsse darf erst erfolgen, wenn eine gleichwertige und preislich faire Alternative bereitsteht. Betroffene sollten sich vor dem Wechsel genau über die Vertragsbedingungen und ihre technischen Anforderungen informieren.

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