Nürnberger Flughafen baut größtes Solar-Kraftwerk der Region

Solaranlage am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg

Ein Gigant aus Glas und Silizium

Der Albrecht Dürer Airport in Nürnberg hat sein neues Herzstück für die Energiewende in Betrieb genommen: die größte Solaranlage der gesamten Region. Mit einer Länge von 1,7 Kilometern markiert das Projekt einen Meilenstein für die infrastrukturelle Nachhaltigkeit am Standort.

Die Anlage liefert beeindruckende 13,4 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Rein rechnerisch produziert sie damit viermal so viel Energie, wie der Flughafen im selben Zeitraum verbraucht. Der Solarstrom fließt direkt in die betriebliche Infrastruktur, darunter die Beleuchtung, Gepäckförderanlagen und die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.

Herausforderungen bei der Planung

Die Installation eines Solarparks auf einem Flughafengelände erfordert Präzision. Eine zentrale Sorge war die potenzielle Blendwirkung für Piloten. Die Ingenieure lösten dieses Problem durch eine konsequente Ost-West-Ausrichtung der Module.

Dieser Aufbau minimiert nicht nur das Risiko von Reflexionen, sondern sorgt zudem für eine gleichmäßigere Stromausbeute über den gesamten Tag hinweg, insbesondere in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.

Nürnberger Flughafen baut größtes Solar-Kraftwerk der Region

Weg zur Eigenversorgung

Trotz der hohen Nennleistung deckt der Solarstrom den Gesamtbedarf des Flughafens noch nicht lückenlos ab. In den Wintermonaten und während der Nacht bleibt der Betrieb auf externe Stromquellen angewiesen. Das Ziel der Verantwortlichen bleibt jedoch klar: Durch den künftigen Einsatz von Speichersystemen soll eine Eigenversorgung von bis zu 70 Prozent erreicht werden.

Kleines Kraftwerk
Das Kleines Kraftwerk Quattro System mit 1920 Wp.

Nachhaltigkeit durch Power-to-Heat

Das Projekt, das einen hohen einstelligen Millionenbetrag verschlang, ist nur ein Teil der langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie. Ein weiterer Hebel ist die „Power-to-Heat“-Technologie. Dabei wird überschüssiger Solarstrom in Wärme umgewandelt, um die Flughafengebäude zu beheizen und somit den Erdgasverbrauch nachhaltig zu reduzieren.

Der Flughafen hält sich zudem Optionen für die Zukunft offen. Auf dem Gelände gibt es noch ungenutzte Flächen für Erweiterungen. Sollten in Zukunft neue Technologien, wie etwa elektrisch betriebene Flugtaxis, Einzug halten, ist der Flughafen durch die bereits vorhandene Infrastruktur bereits bestens auf den steigenden Energiebedarf vorbereitet.

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