Großinsolvenz: König-Gruppe aus Moringen kämpft um 1.000 Arbeitsplätze

Logo oder Gebäude der König-Gruppe in Moringen.

Die König-Gruppe aus Moringen hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Göttingen hat entsprechende Verfahren über sämtliche Gesellschaften der Unternehmensgruppe eingeleitet. Betroffen sind rund 1.000 Mitarbeiter.

Sanierung in Eigenverwaltung

Das Unternehmen, das seit 1965 Baudienstleistungen sowie Metallprofile für den Innenausbau anbietet, will den Betrieb in Eigenverwaltung fortführen. Bei diesem Verfahren bleibt das Management im Amt, wird jedoch von externen Experten unterstützt.

Die Sanierungsgeschäftsführung übernehmen Fredrik Ljungman und Christian Stoffler. Laut Stoffler haben interne strukturelle Probleme, eine zu geringe Kapazitätsauslastung sowie ein anhaltender Preis- und Margendruck das Unternehmen in diese Lage gebracht.

Zwei Standbeine unter Druck

Die Gruppe ist in zwei wesentlichen Geschäftsbereichen aktiv:

Großinsolvenz: König-Gruppe aus Moringen kämpft um 1.000 Arbeitsplätze
  • König Fachpersonal: Bereitstellung von Fachkräften für Industrie, Handwerk, Logistik und Verwaltung an über 15 deutschen Standorten sowie drei Standorten in Österreich.
  • König Profilsysteme: Produktion von Metallprofilen für den Innenausbau am Stammsitz in Moringen. Hier hatte die Gruppe noch 2021 rund 10,5 Millionen Euro in ein neues Werk investiert.

Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Kontrolliert wird die Gruppe von der Unternehmerfamilie Döscher über eine Familienstiftung. Firmengründer Gerd-Hinrich Döscher verstarb kürzlich im Alter von 84 Jahren.

Wie es für die Mitarbeiter weitergeht

Zum vorläufigen Sachwalter wurde Markus Kohlstedt von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte bestellt. Er überwacht nun das Insolvenzverfahren.

Für die rund 1.000 Beschäftigten – davon etwa 900 im Bereich Personaldienstleistung – wird derzeit Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt. Sanierungsgeschäftsführer Ljungman plant, noch vor Jahresende eine tragfähige Lösung zu präsentieren, um möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Ein Investorenprozess soll zeitnah eingeleitet werden, wobei sowohl eine Gesamtlösung für die Gruppe als auch Teillösungen für einzelne Bereiche geprüft werden.

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