Das Institut für Bauforschung (IfB) hat im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes eine Kurzstudie zu den häufigsten Mängeln bei Planung, Ausbau und Betrieb von Wärmepumpen veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen: Viele kostspielige Defekte sind vermeidbar.
1. Kältemittelverlust durch fehlende Wartung
Nach elf Jahren Betrieb stellten Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe einen massiven Leistungsabfall und steigende Stromkosten fest. Ein Gutachter entdeckte ein Leck im Kältemittelkreislauf, das zu einem Kompressorschaden geführt hatte.
Da für die Anlage keine regelmäßige Dichtheitsprüfung vorgeschrieben war, blieb das Leck unbemerkt. Die Reparaturkosten von 3.100 Euro trugen die Eigentümer selbst, da die Gewährleistung längst abgelaufen war.
Empfehlung: Lassen Sie die Wärmepumpe jährlich warten. Eine Dichtheitsprüfung muss dabei fester Bestandteil sein, um Leckagen frühzeitig zu erkennen.
2. Montagefehler: Kondensatleitung ohne Gefälle
Bereits im zweiten Jahr fiel die Heizung komplett aus. Die Ursache war eine unsachgemäß installierte Kondensatleitung. Diese muss ein Gefälle von mindestens zwei Prozent aufweisen, damit Feuchtigkeit abfließen kann.
Das aufgestaute Wasser lief in die Elektronik und verursachte einen Kurzschluss. Immerhin: Hier haftete der ausführende Fachbetrieb für die Reparaturkosten. Eine fachgerechte Installation kann zusätzlich durch einen unabhängigen Sachverständigen geprüft werden.
3. Bedienungsfehler durch Eigenregie
Nach nur einem Jahr beklagten Eigentümer einer Erdwärmepumpe einen überhöhten Stromverbrauch. Der Installateur fand heraus, dass die Nutzer die Vorlauftemperatur eigenmächtig erhöht und die Heizkurve zu steil eingestellt hatten.
Die Wärmepumpe schaltete dadurch ständig an und aus. Wichtig: Moderne Wärmepumpen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen am effizientesten. Ändern Sie niemals ohne Fachwissen die Systemparameter.

4. Flüssigkeitsschlag im Verdichter
Bei einer neun Jahre alten Anlage kam es zu einem sogenannten Flüssigkeitsschlag. Hierbei gelangt Kältemittel in flüssiger Form in den Kompressor, was mechanische Bauteile wie Ventile zerstören kann.
Ursachen sind häufig ein fehlerhafter Systemdruck oder zu viel Kältemittel. Eine regelmäßige Überprüfung des Systemdrucks durch einen Fachmann verhindert, dass sich kleine Unregelmäßigkeiten zu einem teuren Totalausfall entwickeln.
5. Falsche Ausrichtung der Anlage
Vibrationen sind Gift für Wärmepumpen. Bei einem Reihenhaus führte eine falsche Ausrichtung der Außeneinheit dazu, dass sich nach vier Jahren die Ventile lockerten und der Kompressor Schaden nahm.
Die Reparatur und die durch den Ausfall verursachten Stromkosten für den elektrischen Heizstab beliefen sich auf fast 6.000 Euro. Eine akribische Dokumentation des Einbaus ist hilfreich, um bei solchen Fällen Ansprüche gegen Versicherungen oder Handwerker geltend zu machen.
Weitere Gefahrenquellen
Die Studie identifizierte zudem weitere Schwachstellen:
- Defekte Ventilatoren an der Außeneinheit
- Fehlfunktionen bei Temperatursensoren
- Falsche Parametrierung des Gesamtsystems
- Mangelhafte Aufstellung der Außeneinheit
- Materialfehler am Wärmetauscher
Die meisten dieser Fehler lassen sich durch eine sorgfältige Installation und regelmäßige Wartung abfangen. Wer die Anlage nicht nur nutzt, sondern gelegentlich selbst auf offensichtliche Unregelmäßigkeiten prüft, beugt vor.
