Wer regelmäßig im Internet einkauft, sammelt zwangsläufig eine Vielzahl an Nutzerkonten. Jedes dieser Konten ist eine potenzielle Schwachstelle. Während Nutzer oft auf starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung setzen, liegt das eigentliche Problem meist woanders: bei den Anbietern selbst.
Ein prominentes Beispiel ist der Kosmetikanbieter Rituals. Nach einem Diebstahl von Mitgliederdaten wurden Kunden von Betrügern kontaktiert und gezielt in die Falle gelockt. Einmal hinterlegte Daten in einer Datenbank sind bei einem Hackerangriff auf den Shop sofort gefährdet. Es gibt jedoch eine einfache Methode, um dieses Risiko drastisch zu senken.
Bestellen Sie als Gast
Option zur Gastbestellung in einem Online-Shop.
Viele Online-Shops bieten die Option an, eine Bestellung ohne Kundenkonto durchzuführen – als Gast. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn Sie kein dauerhaftes Konto erstellen, werden Ihre Daten nach der Transaktionsabwicklung nicht aktiv in der zentralen Kundendatenbank für Marketingzwecke gespeichert.
Natürlich müssen Händler auch bei Gastbestellungen steuerliche Aufbewahrungsfristen einhalten. Dennoch reduziert dieser Weg die Gefahr massiv, dass Ihre E-Mail-Adresse oder Anschrift bei einem Datenleck des Anbieters in die Hände von Kriminellen gelangt. Sie verzichten auf Komfortfunktionen wie die „One-Click-Bestellung“, gewinnen dafür aber ein Stück digitale Souveränität.
So minimieren Sie Ihre digitale Spur
Browser mit Fokus auf Datenschutz bieten zusätzlichen Schutz.
Neben der Gastbestellung gibt es weitere Strategien, um die Sicherheit bei Online-Einkäufen weiter zu erhöhen:
- Wegwerf-E-Mails: Nutzen Sie für einmalige Bestellungen Alias-Adressen. So bleibt Ihre Haupt-E-Mail im Falle eines Leaks geschützt.
- VPN-Nutzung: Ein VPN verbirgt Ihre IP-Adresse und Ihren Standort vor den Tracking-Systemen der Shop-Betreiber.
- Privater Modus: Bestellen Sie in einem privaten Browserfenster, um die Speicherung von Cookies und Trackern nach dem Kauf zu unterbinden. Browser wie Brave oder der Mullvad Browser bieten hierfür spezielle Schutzfunktionen.
- Datensparsamkeit: Füllen Sie bei der Bestellung nur die Pflichtfelder aus. Optionale Angaben sollten Sie konsequent ignorieren.
- Sichere Bezahlung: Vermeiden Sie es, Kreditkartendaten direkt einzugeben. Dienste wie PayPal oder Wero fungieren als Schutzschicht zwischen Ihnen und dem Händler.


