Schadsoftware in DoFun-Systemen entdeckt
Sicherheitsforscher haben im Juni eine gefährliche Schwachstelle in Android-basierten Infotainmentsystemen des Anbieters DoFun identifiziert. Die Schadsoftware gelangt dabei nicht über manuelle Downloads, sondern direkt über die integrierte Update-Funktion der Geräte in das Fahrzeugsystem.
Experten von Kaspersky bringen diesen Angriff mit der kriminellen Gruppierung „MoYu“ in Verbindung. Die Angreifer nutzen die Internetanbindung des Autos – meist realisiert über einen SIM-Karten-Slot – um infizierte Dateien einzuspielen.
Symbolbild zur Darstellung von Malware-Bedrohungen.
So arbeitet der Schadcode im Hintergrund
Normalerweise dient die System-App „TWCore“ dazu, Updates zu verwalten und technische Systemdaten zu erfassen. Die Angreifer haben diesen Dienst jedoch missbraucht, um den Schadcode „JarService“ zu installieren.
Die Malware agiert komplett im Hintergrund, ohne dass der Nutzer eine Benutzeroberfläche bemerkt. Alle 90 Minuten nimmt das System Kontakt zu einem Kontrollserver der Kriminellen auf. Dabei werden sensible Daten übertragen, darunter:
- Genaue Gerätemodelle
- Bildschirmauflösungen
- Informationen über verbundene WLAN-Netzwerke
- MAC-Adressen
Die Angreifer können über diesen Kanal Befehle senden, um beispielsweise gezielt Werbung einzublenden, Klickbetrug zu betreiben oder weitere Schadprogramme nachzuladen. Laut Kaspersky ist die Sicherheitslücke im Update-Mechanismus von DoFun mittlerweile geschlossen worden.

Vernetzte Fahrzeuge als Zielscheibe
Moderne Infotainmentsysteme sind komplexe IT-Plattformen, was sie zu einem attraktiven Ziel für Cyberkriminelle macht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in seinem aktuellen Branchenlagebild für 2025 vor einer steigenden Bedrohungslage im Straßenverkehr.
In der Vergangenheit wurden bereits mehrfach kritische Schwachstellen bekannt. So konnten Angreifer bei bestimmten Systemen über Bluetooth Schadsoftware einschleusen, Fahrzeugstandorte verfolgen oder sogar Audio-Aufnahmen von Gesprächen tätigen.
Auch das weit verbreitete Betriebssystem QNX, das unter anderem bei Herstellern wie VW, BMW, Audi, Seat und Skoda zum Einsatz kommt, war bereits Ziel solcher Attacken. In diesen Fällen konnten Angreifer aus der Ferne eigenen Programmcode ausführen. Auch hier wurden die kritischen Lücken nach Bekanntwerden durch Sicherheitsupdates behoben.

