Ein ungewöhnlicher Energielieferant in Niedersachsen
Ein Hausbesitzer in Niedersachsen sorgt aktuell für Aufsehen. In seinem Garten steht kein gewöhnlicher Baum, sondern ein fast zehn Meter hoher Stromgenerator. Statt Blättern drehen sich daran 36 kleine Windturbinen.
Der zehn Meter hohe Windbaum in Niedersachsen wiegt rund 3,5 Tonnen.
Der sogenannte Windbaum soll dabei helfen, den eigenen Strombedarf zu decken und die Unabhängigkeit vom Netz zu erhöhen. Anlagen dieser Art sind in Deutschland noch selten und meist im gewerblichen Bereich zu finden.
Technik und Funktionsweise der „Aeroleafs“
Die Konstruktion stammt vom Unternehmen New World Wind. Die verzweigten Metalläste sind mit sogenannten „Aeroleafs“ bestückt. Dabei handelt es sich um kleine Turbinen mit vertikaler Drehachse, die bereits bei geringem Wind anlaufen.
Nach Angaben des Herstellers setzen sich die Blätter ab einer Windgeschwindigkeit von etwa 2,5 Metern pro Sekunde in Bewegung. Dadurch erzeugt die Anlage Energie, während klassische Windkraftanlagen häufig noch stillstehen.
Jede der 36 Turbinen operiert autark. Fällt ein Bauteil aus, arbeiten die restlichen Einheiten weiter. In der Spitze erreicht der Baum eine theoretische Leistung von bis zu 10.800 Watt.
Ergänzung zur Photovoltaik
Der Betreiber nutzt bereits eine Solaranlage und sieht den Windbaum als ideale Ergänzung. Während Photovoltaik vor allem in den hellen Stunden und Sommermonaten effizient arbeitet, bietet der Windbaum den Vorteil, auch nachts oder im Winter Energie zu liefern.

Ziel des Hausbesitzers ist es, langfristig den gesamten Strombedarf für Haus, Büro und Elektroauto autark zu decken.
Die grünen Turbinen erzeugen auch nachts bei entsprechendem Wind Strom.
Investition und Wirtschaftlichkeit
Die Anschaffung ist kostspielig: Rund 70.000 Euro fallen für die Anlage inklusive Fundament und Installation an. Zum Vergleich sind klassische Photovoltaik-Lösungen deutlich günstiger.
Experten weisen zudem auf die Standortabhängigkeit kleiner Windkraftanlagen hin. Ist das Windaufkommen am Installationsort zu gering, kann sich die hohe Investition wirtschaftlich kaum amortisieren.
Status quo in Deutschland
Windbäume sind im privaten Kontext hierzulande bisher eine Ausnahmeerscheinung. Bisher kamen sie vornehmlich bei Firmen oder in öffentlichen Projekten zum Einsatz, beispielsweise zur Versorgung von Ladeinfrastruktur oder Beleuchtung.
Dass nun ein privater Haushalt auf diese Technik setzt, zeigt, dass der Markt sich allmählich öffnet. Ob sich das Konzept durchsetzt, bleibt jedoch von den weiteren Entwicklungen bei den Kosten und den tatsächlichen Erträgen abhängig.


